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Von Psychologin Vanessa Kropp (M.Sc.) · 7 min Lesezeit · 18. Juni 2026

Was steckt in einer Zigarette?

Niemand würde wohl freiwillig an einem Auspuff ziehen, an einem Feuerzeug riechen oder den Dämpfen eines scharfen Reinigers bewusst einatmen. Beim Rauchen passiert aber genau das, nur gut versteckt hinter dem vertrauten Geschmack und einer fest verankerten Gewohnheit. Aber wie kommen diese Stoffe überhaupt in die Zigarette, was machen sie genau im Körper und wieso machen sie süchtig?

Das meiste entsteht erst beim Anzünden

Überraschend ist, dass der größte Teil dieser Stoffe gar nicht im Tabak selbst steckt. Das meiste entsteht erst beim Anzünden. Sobald die Glut mehrere hundert Grad erreicht, verbrennt der Tabak nicht mehr sauber. Dadurch bilden sich Hunderte neuer Verbindungen, die im Tabak vorher nicht enthalten waren. Dazu gehört auch der Teer, ein klebriges Kondensat, das sich in der Lunge absetzt und mit der Zeit die feinen Flimmerhärchen verklebt, die sie eigentlich sauber halten. Insgesamt sind es rund 7.000 chemische Substanzen, etwa 250 davon gelten als giftig und rund 90 als krebserregend. Genau deshalb bringen Filter und leichte Sorten gar nichts, denn die Verbrennung selbst lässt sich damit nicht ändern.

Wo dir dieselben Stoffe sonst begegnen

Hier ein genauerer Blick auf einige davon:

  • Kohlenmonoxid, dasselbe geruchlose Gas, das aus dem Auspuff kommt. Im Blut verdrängt es den Sauerstoff, sodass Herz und Kreislauf mehr arbeiten müssen.
  • Ammoniak, das kennst du aus scharfen Reinigungsmitteln.
  • Aceton, der Stoff, mit dem man Nagellack entfernt.
  • Arsen, sonst in Insekten- und Schädlingsbekämpfungsmitteln.
  • Cadmium, das steckt in Akkus und Batterien.
  • Butan, das Gas im Feuerzeug.
  • Formaldehyd, das zum Konservieren und Desinfizieren benutzt wird und Augen, Schleimhäute und Atemwege reizt.
  • Benzol, das auch im Benzin steckt und als krebserregend gilt, mit besonderem Bezug zu Blut und Knochenmark.
  • Blausäure (Cyanwasserstoff), ein Zellgift, das die Sauerstoffverwertung in den Zellen stört.

Gefährlich ist dabei nicht ein einzelner dieser Stoffe, sondern ihre Summe. Keiner für sich richtet den großen Schaden an. Aber mit jedem Zug kommt von allem ein wenig dazu, und über die Jahre summiert sich das zu dem, was man vom Rauchen kennt.

Wo der Suchtfaktor steckt

Und dann ist da das Nikotin, der Stoff, der dich überhaupt zur nächsten Zigarette greifen lässt. Anders als die übrigen wirkt es nicht in der Lunge, sondern im Kopf. Über die große Oberfläche der Lunge gelangt es fast augenblicklich ins Blut und von dort in wenigen Sekunden ins Gehirn, wo es das Belohnungssystem aktiviert. Für einen kurzen Moment wirkt es mal anregend, mal beruhigend, und genau dieses gute Gefühl macht abhängig, bei vielen schon nach kurzer Zeit. Doch das Hoch hält nicht lange. Sobald der Nikotinspiegel wieder sinkt, melden sich Unruhe und Gereiztheit, und das Gehirn verlangt nach der nächsten Zigarette. Damit beginnt der Kreis von vorn. Was sich dabei wie Entspannung anfühlt, ist oft nur das Ende eines kleinen Entzugs, den die letzte Zigarette selbst ausgelöst hat.

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Die Wirkung des Nikotins wird sogar noch verstärkt. Dem Tabak wird unter anderem Ammoniak zugesetzt, derselbe Stoff von der Liste oben. Er sorgt dafür, dass das Nikotin schneller ins Gehirn gelangt und sich dort stärker bindet. Die Sucht selbst sitzt im Nikotin. Dass sie so zuverlässig greift, ist aber zu einem guten Teil von den Herstellern so gewollt, die mit solchen Zusätzen gezielt nachhelfen.

Weil am Ende das Nikotin der eigentliche Haken ist, verschwindet die Abhängigkeit auch beim Umstieg auf E-Zigaretten oder Vapes nicht. Sie kommen zwar ohne Verbrennung aus und ersparen dir damit den Großteil dieser Stoffe. Harmlos sind sie deshalb aber nicht. Auch ihr Dampf enthält schädliche und teils krebserregende Stoffe, und über die Langzeitfolgen weiß man bislang wenig. Das Nikotin und damit die Abhängigkeit bleiben dagegen gleich.

Was das für dich bedeutet

Das klingt erst einmal nach viel. Die gute Nachricht ist, dass sich der Körper schnell erholt, sobald er keinen Rauch mehr bekommt. Ohne das Kohlenmonoxid zum Beispiel kann das Blut wieder mehr Sauerstoff aufnehmen, und Herz und Kreislauf werden entlastet. Und auch die Abhängigkeit selbst hält nicht für immer an. Das Gehirn hat sich an das ständige Nikotin gewöhnt, und genauso gewöhnt es sich wieder ab, sobald keines mehr nachkommt. Das Verlangen ist am Anfang am stärksten und wird mit den Wochen spürbar schwächer. Und wenn du darüber nachdenkst, weniger zu rauchen oder ganz aufzuhören, unterstützen wir dich bei Khema dabei. In auf dich zugeschnitten Gesprächen schauen wir gemeinsam, was bei dir hinter dem Rauchen steckt und was dir wirklich hilft. Dafür musst du dir nur kostenlos die Khema App herunterladen.

Quellen

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